Ballaststoffe für Darmflora und Herz

Ballaststoffe schützen vor Herz-Kreislauf-Krankheiten. Eine Studie der Charité Universitätsmedizin Berlin fand heraus, dass Ballaststoffe nicht nur zur Darmgesundheit beitragen, sondern auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten senken. Im Rahmen der Studie verfütterten die Wissenschaftler Propionsäure an Mäuse mit Bluthochdruck. Bei der Propionsäure handelt es sich um eine kurzkettige Fettsäure, welche durch Milchsäurebakterien beim verstoffwechseln von präbiotischen (wasserlöslichen) Ballaststoffen gebildet wird. Am Ende des Untersuchungszeitraums wiesen die Mäuse weniger ausgeprägte Herzschäden oder -vergrößerungen auf, auch die Frequenz von Herzrhythmusstörungen und die Ausprägung von Arthrose war geringer. Die Studie kam außerdem zu dem Ergebnis, dass die durch Ballaststoffe und Probiotika gebildete Propionsäure einen Umweg über das Immunsystem nimmt und sich direkt auf Herz und Gefäße auswirkt. Durch gezielte elektrische Reize konnten die Forscher bei 70 % der Mäuse Herzrhythmusstörungen auslösen. Nach der Gabe von Propionsäure war das nur noch bei 20 % der Mäuse der Fall. So könnte die kurzkettige Fettsäure eine echte Alternative zu Medikamenten bei Herz-Kreislauf-Krankheiten sein. Dafür müssen sie keine Nahrungsergänzung einnehmen, sondern einfach in Ihrer täglichen Ernährung darauf achten, genügend (wasserlösliche) Ballaststoffe zu sich zu nehmen.

Verzehr ganzer Körner und Saaten besser für die Darmflora. Neben wasserunlöslichen Ballaststoffen wie zum Beispiel Cellulose auf Obst und Gemüse gibt es auch wasserlösliche Ballastostoffe, sogenannte Präbiotika. Diese füttern unsere nützlichen Darmbakterien, sodass sie im Gegenzug antientzündlich wirkende kurzkettige Fettsäuren produzieren. Zu den Präbiotika gehört zum Beispiel resistente Stärke, welche zum Beispiel in Getreide, Gemüse, Bohnen, Saaten und manchen Nüssen enthalten ist. Resistente Stärke kann auch entstehen, wenn normale Stärke gekocht und abgekühlt wird, da diese sich dann in ihrer Zusammensetzung verändert. Wissenschaftler fanden nun heraus, dass unsere Darmflora sich über ganze Getreidekörner, Bohnen und Saaten mehr freut als über die geschrotete oder zerkleinerte Variante. Die Studien-Probanden wurden in zwei Gruppen eingeteilt und bekamen jeweils dieselben naturbelassenen, vollwertigen und unverarbeiteten Lebensmittel in gleicher Menge: Saaten, Bohnen und Hülsenfrüchte. Allerdings wurden diese in einer Gruppe ganz gegessen und in der anderen Gruppe wurden sie vor dem Verzehr zerkleinert. Zum Frühstück bekam die eine Gruppe z.B. Müsli aus ganzen Körnern und die andere geschrotete Körner in Form von Porridge. Am Ende der Studie wies die ganze Körner-Gruppe eine doppelte Stuhlmenge auf – obwohl sie dasselbe Essen in derselben Menge aßen, nur eben in einer anderen Darreichungsform. Die Forscher vermuten, dass die guten Darmbakterien bei den ganzen Lebensmitteln derart florierten, dass sie das Stuhlvolumen vergrößern. Resistente Stärke hat also dieselben positiven Effekte auf unseren Darm wie wasserunlösliche Ballaststoffe! Sie machen unseren Stuhl weicher und voluminöser, erhöhen den Darm-pH-Wert, erhöhen die Produktion an kurzkettigen Fettsäuren und verringern das Darmkrebsrisiko.

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