Beeren – Lecker, vitalstoffreich und gesund

Cranberries, Gojis, Physalis – Beeren haben es sich in sich. Die kleinen Früchte enthalten ein breites Spektrum an Mikronährstoffen bei hohem Wasser- und niedrigem Kaloriengehalt. Das Geheimnis ihrer ernährungsphysiologischen Wertigkeit sind die farbigen Schalen und vielen kleinen Kerne. Denn der Aufbau von Beeren ist vergleichbar mit Getreidekörnern – am wertvollsten sind für uns der Keimling und die Samenhaut, der Mehlkörper ist hingegen stärkereich und bietet keinen besonderen Nährwert. Ähnlich sieht es bei den Beeren aus: Ihr Fruchtfleisch besteht hauptsächlich aus Wasser und einfachem Fruchtzucker. Kerne und Schale stecken hingegen voller wertvoller sekundärer Pflanzenstoffe. Beeren sind vor allem reich an antioxidativ wirkenden Polyphenolen. Welche Beeren es gibt, was sie so besonders macht und wie man sie für den größtmöglichen gesundheitlichen Nutzen verzehren sollte – das verraten wir in diesem Artikel.

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So schützen Polyphenole unsere Zellen

Bei den Polyphenolen handelt es sich um eine Untergruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Bedeutende Beeren-Polyphenole sind die Anthocyane aus der Gruppe der Flavonoide. Sie kommen vor allem in roten, blauen und schwarzen Obst- und Gemüsesorten vor. Unter allen Obstsorten haben Beeren im Durchschnitt den höchsten Gehalt an Anthocyanen. Wie alle Polyphenole agieren Anthocyane als starke Antioxidantien und schützen unsere Zellen vor freien Radikalen. Bei freien Radikalen handelt es sich um aggressive Sauerstoffverbindungen, denen ein Elektron fehlt. Sie entstehen durch industriell verarbeitete Produkte und Chemikalien, Lebensmittelzusatzstoffe, Luftverschmutzung, Medikamente, Pflanzenschutzmittel, Strahlen und übermäßige UV-Strahlung. Um das Ungleichgewicht wiederherzustellen, klauen die freien Radikalen unseren Körperzellen ein Elektron und fügen ihnen dadurch Schaden zu. Wiederholt sich dieser Vorgang unverhältnismäßig oft, kommt es zu einer Kettenreaktion. In diesem Fall spricht man von oxidativem Stress. Oxidativer Stress schadet unserer Gesundheit und fördert die Entstehung von Krankheiten. Antioxidantien bremsen die zerstörerische Wirkung der Radikale, indem sie ihnen freiwillig ein Elektron abgeben. Die meisten dieser Antioxidantien finden sich in und um den Samen sowie die Schale. Denn auch die Keimlinge müssen sich beim Wachsen gegen freie Radikale zur Wehr setzten.

Anthocyane aus Beeren wirkungsvoll gegen Krebs

Um die Besonderheit von Beeren gegenüber anderen Früchten zu erläutern, gehen wir nochmals auf die Anthocyane ein. Man unterscheidet zwischen blauen und roten Anthocyanen. Ihrer typischen Färbung verdanken sie auch den Namen: Kyanos ist Griechisch und bedeutet übersetzt „dunkelblau“. Anthocyanreiche Pflanzen können problemlos in direktem Sonnenlicht gedeihen, da diese Stoffe sie effektiv vor den intensiven UV-Strahlen schützen. Bei uns Menschen wird aktuell über eine ähnliche, schützende Wirkung geforscht. Unter anderem werden Anthocyane aktuell für ihre krebshemmende Wirkung untersucht. Unser Körper wehrt sich selbstständig gegen Krebszellen, indem er den sogenannten programmierten Zelltod (= Apoptose) aktiviert. Anthocyane haben die Fähigkeit, die Apoptose von Krebszellen anzustoßen und auf diese Weise zu ihrer Vernichtung beizutragen. Verantwortlich für diesen Effekt ist insbesondere das Anthocyan Cyanidin-3-Glucosid (C3G).

Mit Ellagsäure Tumore natürlich bekämpfen

Ellagsäure ist ein Polyphenolsäure, welche ebensfalls den Polyphenolen zugeordnet wird. Sie ist besonders häufig in den Kernen von Himbeeren und in der Schale von Erdbeeren zu finden. Nennenswerte Konzentrationen finden sich aber auch in Walnüssen, Granatapfelkernen und Brombeeren. Wissenschaftler schreiben der Ellagsäure eine starke antioxidative, antimikrobielle und krebshemmende Wirkung zu. Das antikanzerogene Potential der Ellagsäure hängt mit ihrer Eigenschaft zusammen, mit den sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) Verbindungen einzugehen. Diese Stoffe entstehen bei Verbrennungsprozessen von organischem Material (z.B. beim Braten oder Grillen) und können bei übermäßiger Exposition Krebs auslösen. Die Ellagsäure geht dabei bis zu 300 mal stärker gegen die PAKs vor als andere bekannte Phenolsäuren.

Verzehrtipps für Beeren

Zu den bei uns erhältlichen Beeren gehören zum Beispiel HimbeerenHeidelbeeren, Gojibeeren, AroniabeerenPhysalisKirschenSchizandrabeerenMaulbeerenAcaibeeren oder Cranberries. Da Beeren im Sommer Saison haben, sollten in den warmen Monaten frische Beeren Ihre erste Wahl sein. Greifen Sie wann immer möglich auf Bio Beeren zurück. Diese sind nicht nur frei von Pestiziden, sondern in der Regel auch vitalstoffreicher als konventionell angebaute Früchte. In den restlichen Monaten sind schonend getrocknete Beeren wie z.B. getrocknete Heidelbeeren, Cranberries, Gojis oder Aroniabeeren eine optimale Alternative. Übrigens liegen die wertvollen Pflanzeninhaltsstoffe in den Trockenfrüchten noch konzentrierter vor als in frischen Beeren. Wenn sie die getrockneten Beeren vor dem Verzehr einige Stunden in Wasser einweichen, werden sie weicher und lassen sich auch super in Smoothies verwenden. Auch Beerenpulver sind in der kalten Jahreszeit sehr sinnvoll und praktisch: Durch den Wasserentzug sind sie auf natürliche Weise lange haltbar und ergänzen grüne Smoothies mit fruchtigem Geschmack und der extra Portion Vitalstoffe. Verzehren Sie Beeren immer ohne Milchprodukte. Das Milcheiweiß bindet die in den Beeren enthaltenen Antioxidantien und schwächt ihre Wirkung ab. Essen Sie ruhig reichlich Beeren, denn sie sind sehr gesund!

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1 Antwort

  1. 21. Mai 2019

    […] Weitere interessante Informationen zu den sekundären Pflanzenstoffen in Beeren finden Sie in diesem… […]