Mit einer balancierten Darmflora gegen Muskelschwund und Knochenbrüche

Ein gesunder Darm hat viele Vorteile: Er verbessert die Verdauung, hilft uns dabei das Gewicht zu halten, schützt vor Herz-Kreislauf-Krankheiten und sogar vor bestimmten Krebsarten. Denn der Darm beherbergt rund 70 % unseres Immunsystems. Aber wussten Sie, dass unser Mikrobiom sogar dazu beiträgt Knochenbrüche und Muskelschwund zu verhindern? Zu diesen erstaunlichen Ergebnissen kamen zwei aktuelle Studien.

Eine gesunde Darmflora verhindert Gebrechlichkeit im Alter. Eine Studie der Universität Atlanta kam zu dem Ergebnis, dass die Darmflora eng mit körperlicher Fitness im Alter verknüpft ist. Zwar wurde die Studie an Würmen, Fliegen und Mäusen durchgeführt; die Mediziner sind jedoch der Meinung, dass die Erkenntnisse auch auf Menschen anwendbar sind. Bei den Versuchen setzten die nützlichen Darmbakterien als Stoffwechselprodukte Indolverbindungen frei, welche die Versuchsobjekte gesünder altern ließen. Denn ein erhöhter Indolspiegel im Darm beeinflusst bestimmte Gene so, dass sie sich wie bei jüngeren Tieren verhalten. Zur Erhöhung des Indolspiegels führten bestimmte  Lebensmittel sowie gezielt zugeführte probiotische Bakterien. Die Darmbakterien produzieren die Indole beim Abbau von Tryptophan, aber auch von den Pflanzeninhaltsstoffen von Kohl und Brokkoli. Unter anderem stärkend diese Indole das Immunsystem, schützen vor Entzündungen und erhalten Beweglichkeit sowie Kraft. Als Vorgehensweise für eine höhere darmeigene Indolproduktion empfehlen die Forscher den regelmäßigen Verzehr ballaststoffreicher Lebensmittel sowie die gezielte Zufuhr von probiotischen Darmbakterien (= Probiotika) sowie entsprechende Präbiotika, welche den Darmbakterien als Nahrung dienen.

Mit einem ausgewogenen Mikrobiom gegen (altersbedingten) Muskelschwund. Schon länger sind sich Forscher einig, dass sich die Darmbakterien eines jeden Menschen so verhalten wie ein eigener Organismus. Ist dieses Mikrobiom „gesund“, beeinflusst es viele unserer Körperfunktionen positiv. Unter anderem unterstützt unsere Darmflora die Verdauung, das Immunsystem und das Nervensystem. Neueste Erkenntnisse liefert eine schwedische Studie des Karolinska-Institut in Stockholm. Die beteiligten Forscher stellten anhand von Versuchen mit Mäusen fest, dass deren Darmbakterien auch einen Einfluss auf ihre Muskulatur haben. Tiere ohne ausgeprägtes Mikrobiom zeigten Zeichen von Muskelschwund. Wenn diesen Mäusen wieder Darmbakterien von anderen Mäusen übertragen wurden, zeigten verbesserten sich sowohl Masse als auch Funktion der Muskeln. Bei Menschen kann die Darmflora zum Beispiel unter übermäßiger Einnahme von Antibiotika langfristige Schäden davontragen. Die Wissenschaftler begründen dies mit einem geringeren Cholin-Spiegel im Blut. Auch ein Mangel an durch die Darmbakterien produzierten kurzkettigen Fettsäuren (z.B. Essigsäure, Propionsäure, Buttersäure) könnte Ursache für den Muskelschwund sein. Wer seine Muskeln aufbauen möchte, sollte also nicht nur darauf achten genug Sport zu machen und hochwertige pflanzliche Proteine zu sich zu nehmen, sondern auch auf eine ausreichende Versorgung der Darmflora mit Präbiotika (= wasserlöslichen Ballaststoffen). Diese liegen vor allem in ursprünglichem Vollkorngetreide, Chicorée, Brokkoli, Zwiebeln, Knoblauch, Spargel und Topinambur vor.

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