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Ballaststoffe für eine gesunde Darmflora unserer Kinder

Ballaststoffmangel wirkt sich auf die nachkommenden Generationen aus. Ballaststoffe sind wichtig für eine gute Verdauung und pflegen die Darmflora – das ist bekannt. Im Zuge der westlichen Ernährung sind Ballaststoffe jedoch Mangelware und der Konsum an stark verarbeiteten Produkten mir raffinierten Mehlprodukten, Zucker und Transfettsäuren überwiegt in erschreckendem Maße. Eine Studie der Universität Stanford zeigt nun auf, welche weitreichenden Folgen ein Ballaststoffmangel sogar auf Nachfolgegenerationen haben kann. Sechs Wochen lang fütterte das Forscherteam um Erica und Justin Sonnenburg Mäuse mit einer ballaststoffarmen Diät und stellte anschließend fest, dass sich die Anzahl und Vielfalt ihrer Darmbakterien deutlich verringert hatte. Nach einiger Zeit mit ballaststoffreicher Kost erholte sich ihre Darmflora zwar, erreichte jedoch nicht mehr ihr ursprüngliches Niveau. Als dasselbe Experiment auch an den nachfolgenden Generationen erprobt wurde, stellten die Wissenschaftler fest, dass sich die Vielfalt des Mikrobioms von Generation zu Generation immer mehr reduzierte. Bei der vierten Mäuse-Generationen kam es beim Wechsel von ballaststoffarmer zu ballaststoffreicher Kost kaum noch zu einer Erholung der Darmflora. Essen Sie mehr ballaststoffreiche Frischkost – nicht nur Ihrer Gesundheit zuliebe, sondern auch der Ihrer Kinder!

Ballaststoffe für Darmflora und Herz

Ballaststoffe schützen vor Herz-Kreislauf-Krankheiten. Eine Studie der Charité Universitätsmedizin Berlin fand heraus, dass Ballaststoffe nicht nur zur Darmgesundheit beitragen, sondern auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten senken. Im Rahmen der Studie verfütterten die Wissenschaftler Propionsäure an Mäuse mit Bluthochdruck. Bei der Propionsäure handelt es sich um eine kurzkettige Fettsäure, welche durch Milchsäurebakterien beim verstoffwechseln von präbiotischen (wasserlöslichen) Ballaststoffen gebildet wird. Am Ende des Untersuchungszeitraums wiesen die Mäuse weniger ausgeprägte Herzschäden oder -vergrößerungen auf, auch die Frequenz von Herzrhythmusstörungen und die Ausprägung von Arthrose war geringer. Die Studie kam außerdem zu dem Ergebnis, dass die durch Ballaststoffe und Probiotika gebildete Propionsäure einen Umweg über das Immunsystem nimmt und sich direkt auf Herz und Gefäße auswirkt. Durch gezielte elektrische Reize konnten die Forscher bei 70 % der Mäuse Herzrhythmusstörungen auslösen. Nach der Gabe von Propionsäure war das nur noch bei 20 % der Mäuse der Fall. So könnte die kurzkettige Fettsäure eine echte Alternative zu Medikamenten bei Herz-Kreislauf-Krankheiten sein. Dafür müssen sie keine Nahrungsergänzung einnehmen, sondern einfach in Ihrer täglichen Ernährung darauf achten, genügend (wasserlösliche) Ballaststoffe zu sich zu nehmen.