Chlorella & Spirulina Algen unter der Lupe

Algen sind das Gemüse der Meere und gleichzeitig wertvolle Vital- und Heilpflanzen. Insgesamt gibt es auf unserer Welt mehr als hunderttausend Arten, die in den Meeren, Flüssen, Sümpfen oder Seen leben. Algen betreiben ebenso Phytosynthese, wie auf dem Land wachsende Pflanzen auch. Vor vielen Millionen Jahren im Laufe der Entstehung unserer Erde waren es Algen, die aus den Tiefen des Meeres Sauerstoff in die Atmosphäre brachten. Auch heute noch sind sie zusammen mit unseren Wäldern maßgeblich an der globalen Sauerstoffproduktion beteiligt. Gleichzeitig binden und speichern sie Kohlenstoffdioxid. Nicht nur für Fische und andere Meeresbewohner, sondern auch für viele Küstenbewohner besonders asiatischer Länder sind Algen ein fester Teil des Speiseplans. Je nach ihrer natürlichen Färbung bezeichnet man sie als Grün-, Rot-, Blau- oder Braunalgen. Außerdem lässt sich zwischen Makro- und Mikroalgen unterscheiden. Makroalgen bestehen aus Blättern bzw. Tang, Stängeln und Wurzeln und werden mehrere Meter lang – es gibt sogar Exemplare von bis zu 50 Metern. Unter Mikroalgen versteht man hingegen mikroskopisch kleine Pflanzen oder Einzeller. Viele dieser Algenarten sind bekannt für ihre positiven ernährungsphysiologischen Eigenschaften, aber nur wenige sind bisher bezüglich ihrer Wirkung auf unseren Organismus erforscht. Die meisten wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es bisher über die potenten Mikroalgen Chlorella und Spirulina. Beide bergen ein Feuerwerk an Mikro- und Phytonährstoffen und helfen dem Körper beim Entgiften, indem sie Giftstoffe, Toxine und Schwermetalle ausleiten.

Chlorella und Spirulina im Vergleich

Chlorella:

  • ist eine „richtige“ Alge, besitzt einen Zellkern
  • es handelt sich um eine Süßwasseralge, kommt also im Salzwasser nicht vor
  • wirkt stark antioxidativ & entgiftend
  • bietet eine extrem hohe Dichte an Mikronährstoffen
  • besonders reich ist sie an Beta-Carotin bzw. Vitamin A, Eisen und Vitamin B2
  • besteht zu fast 60 % aus hochwertigem Pflanzen-Eiweiß (ca. 58 g pro 100 g)
  • mit allen 8 essentiellen Aminosäuren -> diese haben eine sehr gute Bioverfügbarkeit und weniger belastend für unseren Organismus als tierische Proteine
  • enthält mehr als 10 % ungesättigte Fette, darunter hochwertige Omega 3 Fettsäuren, auch die aktiven Formen DHA & EPA
  • Chlorella ist dunkler als Spirulina. Das liegt daran, dass der Chlorophyllgehalt extrem hoch ist. Es handelt sich nach bisherigem Wissensstand sogar um den höchsten Chlorophyll Gehalt, der bei Pflanzen bekannt ist!
  • Chlorella enthält einen bestimmten Chlorella Wachstumsfaktor. Mithilfe dieses Faktors ist der Alge eine extrem schnelle Zellreproduktion möglich. Diese Eigenschaft kommt demjenigen zu Gute, der die Alge isst. Beschädigte Zellen können schneller repariert bzw. durch neue ersetzt werden.

Spirulina:

  • gehört eigentlich zur Gattung der Cyanobakterien, hat keinen Zellkern
  • lebt sowohl in süßen als auch salzigen Gewässern
  • wirkt stark antioxidativ & entgiftend
  • ist genau wie Chlorella extrem nährstoffreich und verfügt teilweise sogar über noch höhere Konzentrationen an Mikronährstoffen
  • EXTREM reich an Eisen -> bereits 2 Gramm täglich decken 100 % des Tagesbedarfs
  • liefert viele B-Vitamine (insbesondere B1, B2 und B6) in Hülle und Fülle -> beispielsweise reichen 8g für die Deckung des Tagesbedarf an Vitamin B6
  • hilft auch dabei, den Bedarf an Selen zu decken -> nicht einmal 10 g täglich decken zu 100 % den Tagesbedarf
  • sie enthält sogar noch mehr pflanzliches Eiweiß als Chlorella (mit 64 g pro 100 g Algen gehört sie zu den absoluten Spitzenreiter unter den pflanzlichen Proteinlieferanten!)
  • darunter alle acht essentiellen Aminosäuren
  • enthält zwar nur wenig Fett, diese Fettsäuren sind aber von bester Qualität -> mit Alpha-Linolensäure (ALA) und DHA & EPA
  • ist von etwas hellerem Grün als Chlorella, weil etwas weniger chlorophyllhaltig

Wie gesund sind Algen? Wissenschaftliche Informationen & Studien

Chlorella Vulgaris stimuliert das Immunsystem. Diese Erkenntnis wurde durch eine koreanische Studie aus 2012 belegt. Eine Hälfte der Teilnehmer bekam täglich 5 g Chlorella, die andere Hälfte schluckte jeweils eine Placebo. Anhand ihrer Untersuchungen konnten die Wissenschaftler nach 8 Wochen aufzeigen, dass bereits eine kurzfristige Supplementation von Chlorella Vulgaris unsere natürlichen Killerzellen aktiviert und deren Aktivität verstärkt. Zudem beschleunigt sie die Reaktion unserer Körperabwehr auf Entzündungsreaktionen, indem sie bestimmte Interferone und Interleukin produziert. Killerzellen lösen bei geschädigten oder entarteten Zellen den natürlichen Zelltod (Apoptose) aus. Weil Chlorella außerdem freie Radikale unschädlich macht, kann die Alge auch effektiv oxidativen Stress vermindern.

Chlorella-Algen helfen dabei, eine nicht-alkoholische Fettleber zu reduzieren. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Universität Teheran im Jahr 2012. Die Wissenschaftler teilten die insgesamt 76 Probanden in zwei Gruppen ein. Die erste bekam täglich 1200 mg Chlorella-Extrakt und 750 mg Metformin*. Die zweite erhielt jeden Tag 1250 mg Metformin und 200 mg Vitamin E. Nach drei Monaten wurden ihre Gesundheitsdaten erneut geprüft. Die Chlorella-Probanden hatten am Ende des Untersuchungszeitraums niedrigere Triglyceridwerte, bessere Blutzuckerwerte, eine bessere Insulinsensivität und einen niedrigeren Cholesterinspiegel. All diese Faktoren begünstigen die Rückbildung einer Fettleber.
* Metformin: Medikament / Antidiabetikum bei Übergewicht und nicht-insulinabhängigem Diabetes.

Mit Spirulina effektiv Übergewicht abbauen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie aus 2019 der Kermanshah sowie der Isfahan University of Medical Sciences. Die Forscherteams analysierten die kollektiven Ergebnisse von insgesamt fünf bereits existierenden Studien zum Thema Spirulina und Übergewicht. Dabei kam heraus, dass Probanden mit einer Spirulina-Nahrungsergänzung besser bzw. mehr an Gewicht abnehmen konnten als solche, die während der Studiendauer keine Mikroalgen zu sich nahmen. Auch Körperfett und Hüftumfang konnten die Spirulina-Teilnehmer im Durchschnitt deutlich reduzieren. Natürlich ist Spirulina keine Wunderpille – aber in Verbindung mit einer naturbelassenen Ernährung und körperlicher Aktivität kann sie durchaus hilfreich sein. Die Forscher schließen daraus, dass Spriulina übergewichtigen Menschen dabei helfen kann, abzunehmen.

Spirulina schützt die Netzhaut vor Degeneration. Eine 2019-er Studie der Keio University School of Medicine in Tokio konnte beweisen, dass eine tägliche Nahrungsergänzung mit Spirulina Algen unsre Augen vor licht- und umweltbedingten Schäden und damit vor Sehverlust bewahren kann. Die winzig kleinen Cyanobakterien wirken stark antioxidativ und beinhalten u.a. die Antioxidantien Beta-Carotin und Zeaxanthin. Im Rahmen der Studie wurden Mäuse als Versuchsobjekte genutzt, deren Ernährung zu 20 % aus Spirulina und zu 80 % aus Proteinen (und anderen Nahrungsbestandteilen) bestand. Die andere Mäusegruppe bekam eine Standard-Ernährung ohne Spirulina-Supplementierung. Nach 4 Wochen wurden die Sehkraft der Tiere getestet, indem sie nach vorheriger Dunkelheit-Exposition eine Stunde sehr hellem Licht mit einer Leuchtkraft von 3000 Lux ausgesetzt wurden. Danach wurde ihre visuelle Funktion sowie ihre Netzhaut überprüft. Das Ergebnis: Bei den Spirulina-Mäusen fiel die lichtbedingte Beeinträchtigung deutlich geringer aus und die Fotorezeptoren ihrer Netzhaut waren besser geschützt. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass die Mikroalge das Potential hat, durch oxidativen Stress bedingten Sehverlust zu reduzieren bzw. zu verhindern.

Gute Bücher zu Algen, Chlorella & Spirulina

    

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?

Abonnieren Sie doch einfach unseren RSS feed!

Das könnte Dich auch interessieren …