Kategorie: Neues aus der Wissenschaft

Gesundheitseffekte von Grüntee und Äpfeln

Grüntee sinnvoll bei Nahrungsmittelallergien. Milch, Weizen, Soja oder Erdnüsse, diese Lebensmittel lösen bei einigen Menschen Allergien aus. In der Regel haben allergische Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel im Darm ihren Ursprung. Forscher der Shinshi University in Japan fanden 2020 heraus, dass Grüner Tee dank seiner Catechine wie EGCG (Epigallocatechingallat) den Betroffenen helfen kann, ihre Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das Forscher-Team um Tasuku Ogita identifizierte ein Bakterium (Flavonifractor plautii (FP)), welches am Abbau von Catechinen im Darm beteiligt ist. Catechine haben vielfältige positive Effekte auf unsere Gesundheit. Durch die Grüntee-Catechine vermehren sich die wünschenswerten FP-Bakterien und unterdrücken die Immunantwort bei einer Lebensmittelallergie.

Zuckerverzicht besser für die Mundflora

Zucker führt zu krankhaften Veränderungen der Mundflora. Zu diesem Ergebnis kam 2018 eine Studie des Universitätsklinikums Freiburg. Im Rahmen der Untersuchung lutschten die Probanden wochenlang täglich puren Kandiszucker. Bereits 10 Gramm Zucker pro Tag können die Mundflora nachhaltig verändern und aus dem Gleichgewicht bringen. Wer 3 Monate lang täglich mehrmals Zucker lutschte, hatte am Ende eine deutlich reduzierte Bakterienvielfalt mit überproportional hohem Anteil an schädlichen Bakterienarten. Durch diese Fehlbevölkerung der Mundschleimhaut entstehen schädliche Abfallprodukte wie Säuren, welche Calcium aus den Zähnen lösen und schmerzhafte Löcher verursachen. Für gesunde Zähne verwenden Sie lieber natürliche Zuckeralternativen wie Birkenzucker, Erythritol oder Stevia.

Weihrauch statt Schmerztherapie

Weihrauch wirkt stark entzündungshemmend. Zu diesem Ergebnis kam 2020 eine internationale Studie der Universität Jena und der Louisiana State University. Die Experten fanden heraus, dass Weihrauch dank seines Gehalts an Boswelliasäure das entzündungsfördernde Enzym 5-Lipoxygenase umprogrammiert und aus ihm einen potenten Entzündungshemmer macht. So kann das Harz auf natürliche Weise entzündungsbedingte Schmerzen lindern. Von der schmerzhemmenden Wirkung der Nelken profitieren vor allem Patienten mit Arthrose und Arthritis.

Salbeitee hilft bei mehr als nur Erkältung

Salbei stärkt das Gedächtnis. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der britischen Northumbria University aus 2003. Untersucht wurden 44 junge Erwachsene, verwendet wurde ein Salbeiextrakt. Allerdings ist die entzündungs- und schmerzlindernde Wirkung des Salbeitees eher kurzfristig und klingt in der Regel schnell wieder ab. Ein bis sechs Stunden nach der Einnahme schnitten die Salbei-Probanden bei Gedächtnistests deutlich besser ab als die Placebo-Gruppe. Diesen Effekt schreiben die Wissenschaftler den pflanzlichen Salbei-Inhaltsstoffen zu, welche das Enzym Acetylcholin-Esterase hemmen. Acetylcholin-Esterase baut Neurotransmitter ab und führt zu typischen Alzheimersymptomen wie Gedächtnisschwund und Orientierungslosigkeit. Weil ganze getrocknete Salbeiblätter dieselben sekundären Pflanzenstoffe enthalten, lässt der Konsum von Salbeitee ähnliche Ergebnisse erwarten.

Brokkoli und Kurkuma schützen Ihre DNA

Brokkoforce Brokkolisprossen Daikon

Brokkoli-Inhaltsstoffe reparieren unsere DNA. Eine Studie der Universität Mailand/Italien untersuchte 2010 eine Gruppe Raucher für einen Zeitraum von 3 Tagen. Sie nahmen sechs Mal mehr Brokkoli zu sich als die Kontrollgruppe. Am Ende des Untersuchungszeitraums hatten die Brokkoli-Probanden 30 % weniger DNA-Schäden. Die Wissenschaftler begründen ihre Entdeckung damit, dass der hohe Sulforaphangehalt in Brokkoli die Entgiftungsenzyme in der Leber aktiviert und die DNA-schädigenden Giftstoffe  gar nicht erst in die Leber gelangen. Damit ist die DNA der Brokkoli-Esser auf einem subzellulären Level resistenter. Da nicht nur Raucher oxidativem Stress ausgesetzt sind, ist die Sulforaphan-Einnahme auch für die meisten anderen Menschen sinnvoll. Übrigens enthalten Brokkolisamen oder Brokkolisprossen
noch mehr Sulforaphan als das ausgewachsene Gemüse!

Pflanzenhormone für Herz & Knochen

Soja ist gut für’s Herz. Zu diesem Ergebnis kam 2020 eine Studie an mehr als 200.000 Probanden der Harvard Medical School & Brigham and Women’s Hospital in Boston. Wer mindestens 1 x wöchentlich Tofu verzehrte, hatte ein 18 % geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme als Probanden, die das Lebensmittel weniger als 1 x monatlich zu sich nahmen. Verantwortlich für diese Wirkung machen die Wissenschaftler die in den Sojabohnen enthaltenen Isoflavone. Es handelt sich dabei um sekundäre Pflanzenstoffe mit östrogenähnlicher Wirkung. Auch für Frauen in den Wechseljahren sind Phytoöstrogene sinnvoll. Neben Sojaprodukten sind andere isoflavonreiche Lebensmittel z.B. Yamswurzel, Rotkleeblüten und Leinsamen.

Vitamin K – das Gesundheitsplus im Alter

Vitamin K schützt Herz und Knochen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie aus 2020 mit 4000 Teilnehmern zwischen 54 und 76. Die Probanden mit dem niedrigsten Vitamin K-Level hatten ein fast 20 % höheres Sterberisiko als die mit den diesbezüglich besten Blutwerten. Wissenschaftler vermuten, dass Vitamin K verhindert, dass sich zu viel Calcium in den Arterien ablagert. Außerdem werden niedrige Vitamin K-Levels mit brüchigen Knochen assoziiert. Eine geringe Knochendichte erhöht das Sturzrisiko, sodass dies zu einer höheren Sterberate beitragen könnte. Männer brauchen 120 mcg Vitamin K, aber 60 % aller Männer über 70 erreichen diese Levels nicht. Vitamin K findet sich in Brokkoli oder grünem Blattgemüse wie Spinat und Grünkohl, aber auch in kaltgepressten Pflanzenölen und speziellen Nahrungsergänzungsmitteln.

Die Wirkung von schwarzem Knoblauch

Schwarzer Knoblauch senkt den Blutdruck. Eine Studie aus 2014 der China Academy of Chinese Medical Sciences in Beijing zeigt, dass Knoblauch sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck um jeweils 7 bzw. 5 Punkte senken kann. Das entspricht der Reduktion eines Schlaganfalls um etwa 30 % und der Reduktion eines Herzinfarkts um rund 25 %. Den Experten zufolge kann ein langjähriger Verzehr von schwarzen Knoblauchzehen oder die langfristige Einnahme von Schwarzen Knoblauch Kapseln vor Arteriosklerose und vielen weiteren ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten schützen. Der Vorteil von pflanzlichen „Herz-Medikamenten“ wie Knoblauch sind sehr wenige bis keine Nebenwirkungen – und das bei deutlichen geringen Kosten als herkömmliche Arznei.

Mit Saaten gegen Autoimmunerkrankungen

Alfalfasamen hilfreich bei Autoimmunkrankheit Lupus. Zu diesem Ergebnis kam 2009 eine Studie der National Taiwan University an Mäusen. Die mit Alfalfa gefütterten Mäuse hatten niedrigere Entzündungswerte als die Vergleichsgruppe und  typische Lupus-Symptome wie Proteinurie (übermäßige Proteinausscheidung) waren deutlich reduziert. Verantwortlich für die Wirkung von Alfalfa machen Wissenschaftler die pflanzeneigenen Saponine. Für die Untersuchung wurde Alfalfa-Extrakt verwendet – aber die frisch gekeimten Alfalfasprossen lassen ähnliche Ergebnisse erwarten, da sich der Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen in Alfalfasamen durch die Keimung erhöht. Die beliebten Sprossen sind in wenigen Tagen verzehrbereit und schmecken angenehm mild.

Grippe schneller loswerden mit Holunder

Holunderbeeren helfen dabei, die Grippe zu bekämpfen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Universität Sydney aus 2019. Dir Forscher stellten fest, dass Holunder den Virenzyklus in mehreren Erkrankungsstadien blockieren kann, indem er bestimmte Virusproteine blockiert. Zusätzlich stimulieren die schwarzen Beeren die Aktivität der Zytokine. Diese Immun-Botenstoffe koordinieren die Arbeit des Immunsystems und machen den Krankheitserregern den Garaus. Verantwortlich für diese Wirkung machen die Wissenschaftler die im Holunder enthaltenen Anthocyane.